Eine Nacht der Poesie

In einem Leitartikel der FAZ hat die bekannte Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg festgestellt, dass Lyrik „für unsere Gegenwart die Literaturform schlechthin“ ist. Die Neue Literarische Gesellschaft in Marburg plant, im Herbst 2015 und an anderen Orten (z.B. im Casa Aulenkamp in Schwalmstadt), ein großes Projekt für die Poesie.

Literatur in gebundener Sprache (Reim oder antike Versmaße) ist für viele Menschen ein lebendiger Besitz. Bereits im Kindesalter werden komplizierte Abzählreime leicht auswendig gelernt, die lebenslang im Gedächtnis bleiben. Auch fast jeder Erwachsene hat sein Lieblingsgedicht, daß ihm jederzeit verügbar ist.

Wir wissen, dass Gedichte Überlebenshilfe sein können. Ob im Konzentrationslager, bei Deportierungen von Frauen nach Sibirien im Viehwagen, oder in der Isolierhaft der Stasi, gibt es dafür zahlreiche Zeugnisse.

Lyrik bedeutet nicht nur Innerlichkeit, sondern kann auch nach außen gekehrt eine kritische Waffe sein (z.B. Kästner : „Kennst Du das Land, wo die Kanonen blüh ́n?“) oder auch als Chanson weitreichende populäre Wirkungen erzielen (Jaques Brél).
Die zahlreichen Aktivitäten, die von Marburg ausgehen sollen, wollen eine Lanze für das Gedicht und seine Verfügbarkeit durch Auswendiglernen brechen.

Geplant sind:

  • „Eine Nacht der Poesie“, in der Marburger  (und Vernetzte wie Casa Aulenkamp Schwalmstadt) nonstop ihre Lieblingsgedichte vorlesen und begründen, warum es für sie wichtig ist. Auf Anhieb haben sich bereits über 100 Personen eingetragen.
  • Ein historischer Überblick über die Entwicklung der Deutschen Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart (Postma).
  • Musik und Dichtung (Liedkompositionen von Schubert bis Heute)
  • Rezitationsveranstaltungen
  • Eine Uraufführung mit der Komponistin und Pianistin Roswitha Aulenkamp (Schwalmstadt/Kassel) zu modernen Texten.
  • Eine Anthologie der Lieblingsgedichte (Verlag Blaues Schloss)

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