Bericht zur Vernissage mit Konzert am 07.10.2018 „Klangbilder – Bilder die man hören kann?“

Vernissage am 07.10.2018 um 11.30 Uhr mit Konzert
„Klangbilder – Bilder die man hören kann?“
So fragte der Museumsleiter zur Begrüßung, um mit feinem Lächeln die zweite Frage anzuschließen, ob man gleichzeitig Pianistin, Komponistin und „Maleristin“ sein kann? Und fuhr fort: „Wenn man eine Roswitha Aulenkamp mit den angeborenen Talenten „ Malen“ und „Musizieren“ ist, wenn man schon früh mit „documenta-Künstlern“, vor allem mit Arnold Bode zusammen gearbeitet hat, dann kann man!! Und er wies mit der Hand ins „kleine Kunstkabinett“ auf ein Plakat aus dem Jahre 1972, den „Wilden Jahren“ also, und empfahl, einen Blick zu riskieren, um Roswitha mit Freunden und nackten Füßen auf einem Flügel bewundern zu können, mit „ nur nackten Füßen“ wohl bemerkt:

Und wer jemals die „Moldau“ gehört hat, so Nachtwey weiter, weiß, dass man Gesehenes – also Bilder hören kann, weil der Komponist das strömende, springende, sanft und heftig fließende, abgebremste und wieder aufschäumende, am Felsen sich brechende Wasser der Moldau in Töne, in Musik umgesetzt hat.

Und dann zeigte sie, die begabte wie faszinierende Künstlerin, ein paar Notenbilder und erklärte, wie „Cluster“ zu Tönen werden und Töne zu „Clustern“ und zelebrierte sie, bevor Sie mit Ihrem in einer Pyramide sitzenden, unsichtbaren Mann Theo die „Arche Noah“ in Sprache und Musik darbot, zart intonierte oder mit Urgewalt die Tastatur bewegte, auf sie einschlug, geradezu hämmerte oder harmonisch streichelte. Ein gespanntes und gebanntes Publikum erlebte eine Pianistin, die vier Hände zu haben schien, hörte man doch Klavier, den Gong, die Trommel und den tongewaltigen „Sonnenzyklus“, den die Gäste als „tanzende“, „ruhende“, „explodierende“ oder „still am Himmel gleitende“, sogar als „doppelte Sonne“ in einer vielfarbigen Serie – harmonisch gehängter Klangbilder – anschließend bewundern konnten.
Es folgten freie eigene Kompositionen, angelehnt an bekannte Motive, die zu stehendem Applaus wie zu Zugaben führten.

Viele der begeisterten Zuhörer erlebten vermutlich zum ersten Mal, wie eine Pianistin nicht nur variantenreich mit der Tastatur umging, die gesamte Hand, auch den Unterarm einsetzte, direkt in die Saiten des Flügels griff, gleichsam eine „liegende Harfe“ aus ihm machte und obendrein mit einem Paukenschlegel das Klavier zum Schlagzeug werden ließ, dessen Schlussakkord der heftig mit beiden Händen zugeschlagene Deckel war.

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